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Einleitung:
Das sächsische Weinanbaugebiet ist das 13. Weinanbaugebiet Deutschlands und befindet sich im östlichen Teil von Deutschland im Bundesland Sachsen. Es umfasst aber nicht das komplette Bundesland, sondern den
Hauptteil des Weinanbaus findet man im Elbtal im Großraum um Dresden und Meißen. Weitere Informationen über die sächsischen Weinbergslagen und Orte finden Sie im Abschnitt “Lagen”. Die nebenstehende Grafik
zeigt die Lage des Weinanbaugebietes so wie die Einordnung in Deutschland.
Besonderheiten:
Das Weinanbaugebiet Sachsen weist einige Besonderheiten auf. Es ist von den 13 deutschen Weinanbaugebieten das kleinste und liegt am weitesten östlich. Im Jahr 1999 waren lediglich ca. 0,4 %
der Ertragsrebfläche Deutschlands sächsische Weinberge. Außerdem liegen alle Weinberge in Sachsen nördlich des 51. Breitengrades. Also an dem Breitengrad, wo am Rhein kurz vor Bonn die letzten
Weinberge enden, beginnen die Weinberge in Sachsen erst. In Sachsen sind viele Weinberge am Steilhang gelegen. Deshalb kann auch ein Großteil der Arbeit im Weinberg nur sehr aufwendig mit
Handarbeit erledigt werden. Durch die Exklusivität des Weines (geringe Menge durch kleine Fläche), die sehr gute Qualität und die arbeitsintensive Bewirtschaftung der Weinberge ist der Preis des sächsischen
Weines etwas höher. In Sachsen wird meistens trockener Wein hergestellt. In den letzten Jahren
kommen auch vereinzelt halbtrockene Weine auf den Markt.
Rebfläche und Ertrag:
Laut Statistischem Landesamt Sachsen betrug Ende 2002 die Ertragsrebfläche 421 Hektar. Der Durchschnittsertrag lag im Jahr 2002 in Sachsen bei 44,3 Hektolitern pro Hektar, welches einer
Gesamternte von 18.647 Hektolitern entspricht. Das durchschnittliche Mostgewicht betrug im Jahr 2001 76,0 ° Oechsle. Die Verteilung der Fläche und Erntemengen 2000 bis 2002 auf die einzelnen Weinsorten
sowie weiteres Interessantes über die Sorten erfahren Sie im Abschnitt “Rebsorten”. Über die gesamten Jahre gesehen sind bei der Ernte Maximalerträge von 75 Hektolitern, aber auch aufgrund der
Spätfrostgefährdung Minimalerträge von 15 Hektolitern pro Hektar möglich.
Klima:
Eigentlich ist das Klima in Sachsen, durch die geographische Lage bedingt, vorwiegend un geeignet für
den Weinbau. Deshalb hat er sich auf die optimalen Standorte in Sachsen zurückgezogen. Im Mittelalter wurde nämlich der Weinbau in weiten Teilen von Sachsen betrieben. Die optimaleren Orte findet man
im Elbtal von Pirna bis Diesbar-Seußlitz. Im Schutze von einigen Höhenzügen hat sich im Elbtal eine besonderes Kleinklima herausgebildet. Dadurch findet die Weinrebe an den nach Süden geneigten Hängen
ideale Bedingungen. Der Frühling als auch später die Baumblüte beginnt im Elbtal eine Woche früher als im umliegenden Hochland. Der phänologisch bestimmte Frühlingsbeginn ist hier im langjährigen Mittel zwischen
dem 29. April und dem 5. Mai anzutreffen. Damit wird eine frühe Weinblüte erreicht, welche für die Entwicklung und Reife der Trauben sehr günstig ist. Die Jahresniederschlagsmenge, welche ein weiterer
wichtiger Baustein für ein günstiges Klima und die Entwicklung des Weines ist, beträgt im Elbtal zwischen 600 und 700 mm. Ein dritter und sehr
wichtiger Punkt für den qualitativen und quantitativen Weinbau ist die Wärmesumme (= Addition aller Tagesmitteltemperaturen während der gesamten Vegetation vom Austrieb bis zum Blattfall), welche einen
Mindestwert von 2900 Grad Celsius bei Wein haben soll. Diese wird im Anbaugebiet im Durchschnitt um 62 Grad Celsius überschritten. Die Sonne scheint im Jahresmittel ca. 1570 Stunden.
Die Winzer haben aber auch mit einem speziellen Risiko zu leben. Im Elbtal sind schon die Auswirkungen des Kontinentalklimas zu spüren und dadurch kommt es in den Wintermonaten zu besonders strengen
Frösten, welche durch Kaltluftansammlungen hervorgerufen werden. Dies wird noch durch die tiefe Lage des Elbtales mit rund 200 Metern über NN begünstigt. Aber größere Schäden werden durch die
Spätfröste im Frühjahr angerichtet. Dabei sind besonders die Gebiete, welche etwas weg von der Elbe liegen, betroffen. Dort sind die Schäden meistens zwei- bis dreimal größer als in direkter Nähe zur Elbe, weil sie wie eine natürliche Heizschlange wirkt und das Frostrisiko senkt.
Winzer:
Bei den Winzern trifft man ebenfalls auf eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Weinanbaugebieten. Dies ist unter anderem durch die spezielle Situation in der früheren DDR gewachsen. In der DDR gab es
in Sachsen nur zwei große Weinbaubetriebe bzw. Kellereien, d as heutige Staatsweingut Schloss
Wackerbarth Radebeul (früher VEG Weinbau Radebeul), welches auch Sekt herstellt, und die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen. Durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen beiden wurde ab 1972 nur in der
Winzergenossenschaft Meißen Wein gekeltert. Der Wein wurde von vielen kleinen Hobbywinzern, die den Weinberg in ihrer Freizeit bearbeiteten, angebaut und die Trauben an die Genossenschaft zum
Keltern und Vermarkten abgeliefert. Daneben gab es noch einige wenige private Winzer, die selbständig waren. Aber auch diese durften den Wein nicht selbst keltern und verkaufen, sondern mussten ihn ebenfalls der
Genossenschaft liefern. Aus dieser Situation ist die heutige Organisation der Winzer in Sachsen gewachsen. Heute gibt es neben den 2 oben genannten Betrieben noch mehrere private Winzer, die ihren
Wein selbst keltern und vermarkten. Aber die Anzahl ist noch lange nicht so groß, wie in anderen Gebieten. Auch heute noch wird ein sehr großer Teil der Weinberge von Hobbywinzern betrieben, die
ihre Trauben dann an die Kellereien verkaufen. Ich habe eine Liste der Weingüter und Weinerzeuger in Sachsen mit Adresse, Telefon, Fax, Internet-
adresse und E-Mail erstellt. In der Liste sind alle mir bekannten Weinerzeuger und Winzeradressen enthalten und die Daten sind mit Sorgsamkeit geprüft. Sie erhebt aber keinen Anspruch auf
Vollständigkeit und Richtigkeit. Die Übersicht liegt als PDF-Datei (10 KB) vor, welche mit dem Acrobat Reader angesehen werden kann:
Liste der Weingüter und Weinerzeuger in Sachsen (Lieferantennachweis)
Es sind auch in den letzten Jahren einige Straußenwirtschaften, wo man den Wein direkt im Weinberg
beim Winzer trinken kann, entstanden. Aber auch hier muss man sagen, dass die Anzahl noch relativ gering ist. Zur touristischen Erschließung des Weinbaus wurde 1992 die “Sächsische Weinstraße”,
welche sich durch die verschiedenen Weindörfer zieht, ins Leben gerufen. Sie feierte voriges Jahr schon ihr 10jähriges Bestehen. Heute wird der sächsische Wein unter anderem vom dem “Weinbauverband Sachsen e.V.”, welcher die Interessenvertretung der sächsischen Weinerzeuger ist und worin die meisten Winzer und Kellereien
Mitglied sind, repräsentiert. Unter seinem Dach ist auch die Gebietsweinwerbung, die den sächsischen Wein allgemein fördert und bekannt macht, angesiedelt. Der Verband organisiert ebenfalls wichtige
Veranstaltungen, wie die jährliche Jungweinprobe und die Wahl der sächsischen Weinkönigin.
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